N'GOLA

* 21. Juni 1977 im Durrell Wildlife Conservation Trust

 

seit dem 15. April 1984 im Züricher Zoo

Das ist N'GOLA im Frühjahr 2015 und ich möchte Euch heute eine wunderbare Geschichte über ihn erzählen.

Er gilt als einer der erfolgreichsten (... wenn nicht sogar der erfolgreichste) Silberrücken in Europa.


MOJA*, NEEMA, OYA, ONJI*, PENDO*, POLE POLE, QUENTA, RAFIKI, RUYA, SITAWI*, TAMBO*, UZIMA*, VIMOTO, VIRINGIKA, VIZURI, VIJANA*, YANGU, YBANA, AZIZI, BONSENGA, BINGA, EYENGA, ENEA*, HAIBA, HABIBU, LIBONZA*, MAWIMBI und MAHIRI.
(* - bereits verstorben)


Sein Nachwuchs liest sich wie das "who is who" von Gorillas in europäischen Zoos. Dazu kommen noch einige Totgeburten seiner Frauen.

Die Aufzucht seines Nachwuchses war stets Frauensache.

2013 erkrankte N'GOLA schwer.


Im Zoo Zürich machte man sich große Sorgen um ihn. Ein Silberrücken kann nicht so einfach ersetzt werden im Zoo. Zumal es noch sehr jungen Nachwuchs in seiner Gruppe gab. MAHIMBI und MAHIRI waren 2012 geboren worden und noch sehr klein. Ein neuer Silberrücken würde die beiden beseitigen und so den Weg für seine eigenen Gene freimachen.

Im Frühling 2012 hatte man bei N'GOLA Arthrose und Herzprobleme festgestellt. Dank Medikamenten ging es ihm langsam wieder besser.


Im Juli 2013 kam dann der neue Schlag: N'GOLA war apathisch, frass nicht mehr, verlor Gewicht. Er nahm rund 50 kg ab. Der sonst so umsichtige Gruppenchef kümmerte sich um nichts mehr.


Unter Narkose untersuchte man den Silberrücken erneut. Ein Schock! -
N'GOLA litt an einem gefährlichen Fuchsbandwurm. 2010 starb im Basler Zoo Gorillafrau KATI, 2014 folgte ihr Silberrücken KISORO. Beide Tiere hatten auch den gefährlichen Parasiten in sich. Die Eier wurden jeweils durch das Futter eingeschleppt.


Erst ab Oktober 2014 besserte sich N'GOLAS Zustand. Langsam nahm er seine Pflichten als Gruppenchef wieder auf. Zu seinen ersten Amtshandlungen zählte, dass er die beiden halbwüchsigen Töchter HABIBU und HAIBA in ihre Schranken wies.


Aber das ist bei Weitem noch nicht alles.
Die kleine MAHIRI, seine jüngste Tochter wuchs dem Silberrücken scheinbar besonders ans Herz. Sie geniesst seit Oktober 2014 absolute Narrenfreiheit.
N'GOLA nahm sie Mutter N'YOKUMI ab, die ohnehin etwas überfordert war mit ihrer Mutterschaft. Immer wieder praktizierten HABIBU und HAIBA den Kindesraub. N'YOKUMI machte das sehr zu schaffen. Ihr letztes Kind LIBONZA starb 2011. Nach massiven Knochenbrüchen hatte man das Gorillababy eingeschläfert.

Aber zurück zu MAHIRI.


N'GOLA kümmerte sich sehr intensiv um die Kleine, er trug sie im Arm oder auf dem Rücken umher, wie es sonst nur Mütter tun. Er legte sich mit ihr auf dem Bauch in die Schlafbox. Sie durfte auf ihn herumturnen und genießt jeglichen Freiraum. Sie darf auf ihm herumklettern, sein Lieblingsessen vor der Nase wegschnappen (... und hier versteht auch N'GOLA keinen Spaß), ...


Inzwischen dürfen sich all seine Töchter mehr Freiheiten herausnehmen. Sogar HAIBA darf ihren "alten Herren" (N'GOLA wird im Juni 2015, 38 Jahre alt) mal ärgern, ohne das dieser böse wird. Seine Gorillafrauen MAMITU, N'YOKUMI und MARY ZWO wirken entspannt und man scheint endlich enger zusammengewachsen zu sein. Sogar die ansonsten eher scheue MARY ZWO blühte sichtlich auf.


Es sind also nicht die Menschen, die die wunderbaren Geschichten in den Zoos schreiben. Es sind die Tiere!
Wenn das Ganze so ausgeht wie bei N'GOLA, dann ist es eine "wunderbare und zauberhafte Geschichte".

Foto/Text: Heike M. Meyer 

Frühjahr 2015