KIBO ist ein „knuffiger“ und teils auch sehr lustiger Silberrücken. Wenn ich ihn beschreiben müsste, würde ich sagen, er hat Humor. 

Sein Humor hört allerdings dort auf, wenn man ihn „nachäfft“. Bei meinem Besuch musste das seine 2jährige Tochter Mawenzi erfahren. KIBO ging an seiner Tochter vorbei und sie stellte sich vor ihn hin und machte ihn nach. Sie begriff seine Gesten nicht und meinte sie müsse ihn nachmachen. KIBO machte sehr eindeutig klar, was er davon hielt. - Er biss sie.

Sofort kam Mawenzi`s Mama Mutasi und zwei andere Weibchen angestürmt, nahmen die Kleine in die Arme, untersuchten die kleine Gorilladame ganz genau. Allerdings war es kein sehr tiefer Biss und Blut lief erst recht nicht. KIBO musste erst einmal flüchten, denn seine Damen hielten von seiner Erziehungsmethode gar nichts. Dass er gegen diese geballte Frauenpower nichts ausrichten kann, begriff er sofort und verzog sich erst einmal. Mawenzi wurde von den Frauen in die Mitte genommen und schlief letztendlich fest an ihre Mama gekuschelt und einer weiteren Gorilladame ein. Als sie wieder aufwachte, war das Ganze vergessen und die 2jährige wagte sich auch wieder in die Nähe ihres Papas, der fast ein bisschen entschuldigend ihr gegenübertrat.

KIBO mag es nicht, wenn man ihm in die Augen sieht. Verhält sich somit völlig „Gorilla“-mäßig. An einer Fotokamera zeigt er sich kurz interessiert, dreht sich dann aber völlig gelangweilt ab. Allerdings merkt er sehr genau, wenn er längere Zeit beobachtet wird. - Wie von mir! Immer wieder wandern seine Augen in Richtung des Beobachters. Er macht dann fast ein Spiel daraus. Präsentiert sich kurz von seiner „Schokoladenseite“, immer mit einem verstohlenen Blick zum Betrachter und dreht sich dann demonstrativ weg. Ihn zu beobachten macht richtig Spaß.

 

KIBO ist ein absoluter Familienmensch, der jeden in seiner Gruppe akzeptiert. Zu jedem Familienmitglied hat er eine Bindung. Er respektiert, wenn eine der Damen ihre Ruhe haben will (schließlich sind Undi (41) und vor allem Mimi (46) nicht mehr die jüngsten Damen). Er nimmt am Familienleben aktiv teil, wenn er dazu aufgefordert wird. Dazu gehört eben auch mal das Spiel mit den Kleinen. KIBO lässt auch beim Fressen mit sich reden. Da ist es eher so, dass seine Frauen das Zepter in der Hand haben und ihm bzw. den Kindern die besten Stücke aus der Hand reißen.

Einen Aufschrei unter den Zoobesuchern am Gehege erklang, als KIBO die Gorilladame Kolo deckte. Dabei machte er so menschliche Gesichtszüge, dass ein Mann sich zu seiner Frau wandte und von ihr wissen wollte, ob er beim Sex auch so dämlich aussehe?

Dabei war nicht KIBO der Initiator, sondern Kolo. Die Affendame blickte ihm tief in die Augen und gab eindeutig zu verstehen, dass sie nun Lust auf ein wenig Abwechslung hätte. ;o)

KIBO packte sie plötzlich und machte sich mehrmals ans Werk. Ob er dabei seinen Spaß hatte, kann ich nun wirklich nicht beurteilen.

Sehr anrührend war, die Szene, als sich der 1½ jährige Kimbali dazu stellte und seine Eltern dabei sehr genau musterte.

alienaeffchen - Heike M. Meyer

Mai 2011

 

Hiermit bestätige ich, dass alle Fotos von mir aufgenommen wurden und aus der "Wilhelma" in Stuttgart sind!