Schorsch wurde am 3. März 1972 in Nürnberg geboren

  ... war eine Handaufzucht (von Günter Jäkel in seiner Dienstwohnung im Nürnberger Tiergarten aufgezogen)

... seine Eltern sind der hier bereits erwähnte „Fritz“ und „Liane“

... er hat keine Kinder

... seit dem 14. Oktober 1995 lebt er auf der Sonneninsel Teneriffa in Spanien

 

 (bitte verwechseln sie "Schorsch" nicht mit dem 1960 in der Wildnis geborenen gleichnamigen Gorilla, der 1970 verstarb)

 

„Schorsch“ erregte schon bei seiner Geburt Aufsehen.

Dies lag an dem bayrischen Namen. Eigentlich wurde er auf den Namen „Schorschla“ getauft. Dies kann jedoch kein Mensch (der nicht in Franken geboren ist) aussprechen und so wurde aus Schorschla, Schorsch. Im internationalen Zuchtbuch steht jedoch „Scorsch“.

 

Er entwickelte sich prächtig und wurde bald zum Anziehungspunkt Nummer 1 im Nürnberger Tiergarten. Noch heute werden Postkarten mit seinem Konterfei im Tiergarten verkauft.

 

Im Rahmen der Umbauarbeiten zum neuen Außengehege Mitte der 90iger Jahre wurde Schorsch nach Teneriffa gebracht und nicht wie alle anderen Gorillas der Nürnberger Gruppe nach Duisburg.

Er lebte sich dort sehr gut ein. Blühte richtig auf. Hier sollte er nämlich nicht für Nachwuchs sorgen, sondern in lebt in einer reinen Männergruppe.

 

Eigentlich sollte Schorsch zurück nach Nürnberg kommen, doch es regte sich heftiger Widerstand seitens engagierter Tierschützer und auch Nürnberger Bürger. Immer wieder zeigte man Bilder, von diesem wunderschönen Tier in den Medien und wie gut es ihm in Spanien ging. Schorsch hatte in seinen Jahren in Nürnberg wenig Interesse am weiblichen Geschlecht gezeigt. Dieses Verhalten ist bei Weitem nicht ungewöhnlich und auch bei Gorillas sehr wohl bekannt. – Die Medien machten daraus eine Diskussion, dass Schorsch „schwul“ wäre und es begann eifrig, alle „homosexuellen“ Freundschaften in Zoos „aufzudecken“. Auf einmal wimmelte es vor schwulen Pinguinen & Co.

 

Dank des allgemeinen Protestes durfte Schorsch letztendlich in Spanien bleiben. Dort lebt er mit Fußbodenheizung, einer Nahrung, die auf ihn abgestimmt ist und viel Zuneigung aller Besucher. Vor allem Nürnberger besuchen ihn noch immer recht zahlreich und geraten in Verzückung bei seinem Anblick.

 

  Schorsch ist leider aufgrund eines Augenleidens fast blind, doch das behindert ihn nicht weiter.

Er orientiert sich weitgehenst an einem anderen Silberrücken, mit dem er sich angefreundet hat.

In einer Gruppe mit Gorillaweibchen wäre dies weitaus problematischer.

 

 

   Heike M. Meyer  

17. November 2010

 

Mein ganz besonderer Dank geht an Günther Müller!

 

Danke für den interessanten Artikel!