BUZANDI & ich hatten keinen guten Start anfangs. Das heißt, eigentlich weniger „Ich & BUZANDI“, als meine Begleitung und er.

Schon als ich den beeindruckenden Silberrücken von Weitem sah, fiel mir auf, dass er sehr nervös war. Alle Gorillas warteten darauf, auf die Außenanlage „dem Gorillaberg“ zu dürfen.

BUZANDI wechselte hierbei des Öfteren vom einsehbaren Innengehege in das einsehbare. Dabei stieß er ein unüberhörbares „Grummeln“ aus und trommelte sich mehrmals auf die Brust. Meine Begleitung machte eine schnellere Bewegung, um Fotokameras aus einer Tasche zu holen. Mir fiel auch auf, dass er mich offensichtlich gleich akzeptierte am Gehege (zu dieser Zeit waren nur ich und meine Begleitung im Haus), doch sie nicht. Die Chemie stimmte nicht! Gerade als ich meine Begleitung warnen wollte, war es fast schon zu spät. BUZANDI hatte Gorillakot in die Hand genommen und warf dies sehr gezielt in Richtung von meiner „weiblichen Begleitung“. Sie konnte sich zwar etwas weg ducken (sonst hätte sie die volle Ladung ins Gesicht abbekommen), aber einige Stücke landeten eben doch auf der Kamera oder am Körper.

Gorillakot riecht nicht gerade lecker! – das heißt, wenn man nicht so viel Leidenschaft für diese Tiere hat, wie ich! Zudem war ich ja nicht die Geschädigte und habe leicht lachen.

(Da die Kamera wirklich extrem roch, trotz einer Reinigung, führten wir einen Kameratausch durch. - Also kann man sagen, dass die Fotos sehr orginalgetreu riechend  entstanden!) 

 

BUZANDI verhält sich im Innengehege etwas anders als wie im Außengehege. Draußen wirkt er ruhiger und auch ausgeglichener. Was nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass er schon sehr deutlich äußert, wenn ihm jemand oder was nicht passt.

Ich vermute einmal, dass durch die Nähe und offene Bauweise im Innengehege es immer wieder zu Konflikten von Besuchern und ihm kam. Kinder schreien nun einmal, unvernünftige Besucher (die meinen etwas über den Graben werfen zu müssen), ganz zu schweigen davon, dass viele Besucher gerade Gorillas „nachäffen“. Er weicht Augenkontakt mit Menschen aus, reagiert aber nicht aggressiv, wenn man ihm in die Augen sieht.  

 

Als „verfressen“ würde ich ihn nicht bezeichnen wollen. Er ist ein Genuß-Gorilla, was seine Kost betrifft.

 

Insofern unterscheidet sich BUZANDI nicht wesentlich von anderen Silberrücken.

  Der Besuch bei BUZANDI hat mir persönlich wahnsinnig viel Spaß gemacht. Allein schon zu beobachten, wie sich BUZANDI verhält. Bei ihm handelt es sich ja um ein im Zoo geborenes Tier, das mit 10 Jahren eine Gruppe übernahm und sich in 9 Jahren als Familienoberhaupt behaupten und auch „entwickeln“ konnte. Auch der Mut des Erlebniszoos Hannover sollte herausgestellt werden. Der Gorillaberg zeigt Gorillas auf ganz eigene Art und Weise, die mir sehr gut gefällt und die ich kaum für möglich gehalten habe. Die Haltung von Gorillas, wie sie der Zoo Hannover betreibt, ist sehr zeitintensiv. Allerdings merkt man die Leidenschaft für diese wunderschönen Tiere der Anlage und den Tieren an, die alle hinter den Kulissen stehen.

BUZANDI hat aber auch gravierende Unterschiede zu anderen Silberrücken.

BUZANDI ist sehr sensibel und reagiert sehr schnell auf Schwingungen, die wir Menschen ausstrahlen. Zudem hat er Angst vor schwarz gekleideten Menschen (auch Frauen), schwarzhaarigen Frauen, dunkelhäutige Menschen, dunklen Gegenständen, die ähnlich groß sind wie er und Männern. Er wirft einen Blick darauf und entscheidet blitz schnell, wie er darauf reagiert. Ob er zum Angriff wechselt, Angst oder Neugier entwickelt.

Große Sympathie hat BUZANDI blonden Frauen gegenüber entwickelt. Vermutlich ist dies darin zu sehen, dass viele seiner Pflegerinnen blond oder sehr hellhäutig sind oder waren. Auch Kindern (die ihn nicht ärgern) oder älteren Menschen gegenüber scheint er sehr wohlgesinnt.

 BUZANDI ist auch ein absoluter Familienmensch!

… der sich stets schützend vor seine Familie stellt.

 

Hut ab und ein großes Lob an Euch!

(... Tierpflegern, Tierärzten,

& allen Anderen hinter den Kulissen des Gorillaberges)

 

 

Zum Abschluss möchte ich Euch noch die

Familie von BUZANDI vorstellen:

 

MELIMA

* 26. März 1996

 

KATHI & KALA

KATHRIN (Evouma) wurde ca. 1973 in der Natur geboren.

Seit dem 28.06.1989 lebt sie in Hannover.

Sie brachte 6 Kinder in Hannover zur Welt.

Das Jüngste dabei ist KALA, die im Dezember 2010 geboren wurde.

Sohn KIBURI wurde im Juni 2004 geboren.

Tochter MALI (KIBARA) im November 2007.

Alle 3 Kinder leben in Hannover und der Vater ist BUZANDI.

Besonders Tochter MALI (KIBARA) mag ihren Vater sehr gerne und sucht immer wieder seine Nähe.

ZAZIE

1983 in München "Hellabrunn" geboren und Tochter von ROUTUTU & WILMA (Tochter von FRITZ).

Sie wurde mit der Hand aufgezogen.

 

ZAZIE wurde insgesamt 5 x Mutter. Diese Jungtiere wurden zum Teil mit der Hand groß gezogen. Sie ist keine (Über)Mutter wie KATHI, aber geht mit Nachwuchs sehr geduldig um. Immer wieder ärgerten sie die jungen Rabauken in der Hannover Gruppe. ZAZIE setzte sich schon mal zur Wehr, jedoch ohne handgreiflich zu werden oder aber jemanden zu verletzten.

 

3 Kinder bekam sie mit dem früheren Silberrücken ARTIS. Diese leben allerdings nicht mehr im Zoo Hannover (HAKUNA MATATA, auch JOSY verlies im August 2011 Hannover).

 

Von BUZANDI wurde sie 2 Mal Mutter und diese wachsen noch immer von ihren Eltern aufgezogen in der Gruppe von Hannover heran. TUANA wurde im Februar 2005 geboren und UBONGO im Januar 2008.

  Text: Heike M. Meyer 

  10. September 2011 / überarbeitet am 7. Dezember 2012 

  Fotos: Heike M. Meyer