FATOU

Berliner Zoo

 

Als FATOU etwa 2 Jahre alt war, wurden ihre Eltern in Afrika ermordet. Das musste die kleine Gorilladame vermutlich mit ansehen. Ein französischer Seemann hatte danach die kleine FATOU in seinem Reisegepäck. Er beglich mit ihr eine Rechnung im Hafen in Marseille. Die Wirtin der Hafenkneipe brachte FATOU persönlich am 11. Mai 1959 in den Berliner Zoo. (Im Übrigen kamen auf gleiche Weise die Gorilladamen BOMA und TUMBA in den Krefelder Zoo. Beide Gorillas wurden im Hafen von Marseille beschlagnahmt.) 

 

Dort lernte sie Gorillamann KNORKE kennen und wurde 1974 Mutter. Tochter DUFTE verstarb 2001. Ihre Enkeltochter M'PENZI lebt noch heute im Berliner Zoo. Enkel BOBO im Heidelberger Zoo machte sie inzwischen zur mehrfachen Ur-Großmutter. 

 

Ihre Lebensgefährtin GIGI verstarb 2009 und seitdem lebt FATOU alleine. Sie hat ein eigenes Innengehege (mit der neu aufgebauten Gorillagruppe rund um Gorillamann IVO hat sie Sichtkontakt, wenn sie das wünscht). FATOU hat auch die Möglichkeit auf ein eigenes Außengehege zu wechseln.  

 

2010 verstarb ihr langjähriger menschlicher Begleiter Reimon Opitz. Sein Kontakt mit ihr war auch der einzige direkte Kontakt eines Menschen zu einem Erwachsenen Gorilla in Deutschland. (Weltweit gibt es einige Menschen, die direkten Kontakt zu Erwachsenen Gorillas pflegen. Allerdings gelten in den Zoos geborene Gorillas bei weitem als aggressiver als ihre Artgenossen in Afrika. Meistens haben diese Gorillas bei ihrer Aufzucht schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.) 

Zudem hatte Herr Opitz im Berliner Zoo unzählige Gorillababys und Kleinkinder unter anderem mit seiner Frau Marion aufgezogen. So wie es in vielen Zoos der Fall war und noch heute in der Stuttgarter "Wilhelma" zu sehen ist.

 

 

Text/Foto: Heike M. Meyer